Ausflug der Beobachtergruppe ins Nördlinger Ries

Am 10. Oktober 2009 stand der zweite Vereinsausflug der Beobachtergruppe an, der die sieben Teilnehmer zu einem der am besten erhaltenen Meteoritenkrater überhaupt führte: Zum Nördlinger Ries.

Nach einem kurzen Besuch beim 'Stein-Flohmarkt' im Zentrum für Rieskrater- und Impaktforschung Nördlingen (ZERIN), bei dem Meteoriten, Mineralien und selbstgefundene Fossilien zum Kauf angeboten wurden, ging es zunächst in das kleine Geopark-Infozentrum, in dem der Besucher einen Überblick über die Region mit ihrer interessanten Natur und Kultur sowie über Wanderwege und öffentliche Führungen bekommt.


Geopark-Infozentrum.


In dem direkt nebenan befindlichen Rieskrater-Museum nahm die Gruppe an einer eigens gebuchten Führung durch das sehr ansprechend gestaltete Museum teil. Der Leiter des Museums gab ausführliche Informationen über die Entstehung und weitere geologische Entwicklung des Rieskraters.

  


Das Ries aus der Vogelperspektive.


Die Entstehung von Meteoritenkratern.


Geologische Profile.


Blick in die Erdgeschichte.


Verschiedene Eisenmeteoriten; in der Vitrine hinten ein Original-Exemplar des
Neuschwanstein-Meteoriten.


Nach dem Mittagessen unternahm die Gruppe einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt von Nördlingen. Im Zentrum steht die Kirche St. Georg mit ihrem Glockenturm, der auch 'Daniel' genannt wird. Die Kirche wurde aus Suevit gebaut, jenem Gestein, das aus einer Gesteinsschmelze hervorging, die beim Einschlag des Riesmeteoriten entstand. Die Stadt verfügt zudem über die einzige komplett erhaltene und rundum begehbare Stadtmauer in Deutschland.


Nördlingen; im Hintergrund der 'Daniel'.


Kirche St. Georg.


Da sich der Regen in Grenzen hielt, wurden am Nachmittag einige Aufschlüsse angefahren, in denen Ries-typische geologische Erscheinungen besonders gut studiert werden können. Bei der Fahrt durch das Ries konnte man immer wieder deutlich die weite Ebene des Kraters und rundherum den hügeligen Kraterrand erkennen.

Die nur wenige Meter hohe Wand des kleinen aufgelassenen Steinbruchs bei Wengenhausen besteht großteils aus Kristallingestein, das durch den Einschlag stark zerstört wurde. Überlagert wird dieses Gestein durch Kalk-Sedimente, die sich bildeten, nachdem der Krater zu einem See wurde. Mit der Lupe liessen sich stellenweise auch fossile Schneckenschalen aus diesem ehemaligen Ries-See beobachten.


Steinbruch Wengenhausen.


Die Oberkante des Bruches besteht aus Riesseekalk, darunter Kristallingestein.


Der noch im Betrieb befindliche Steinbruch bei Aumühle zeigt an manchen Stellen besonders schön den Kontakt zwischen der sog. Bunten Brekzie - ein aus mehreren Gesteinsarten bestehendes Trümmergestein, das beim Einschlag ausgeworfen wurde - und dem grau-grünlichen Suevit.


Steinbruch Aumühle: Suevit (oben) im Kontakt mit Bunter Brekzie.


Nach einer kleinen Kaffeepause in Wemding besuchte die Gruppe noch den kleinen aufgelassenen Steinbruch bei Gosheim. Hier sind überkippte Weißjurakalkschollen zu sehen. Während in der übrigen Schwäbisch-Fränkischen Alb die Sedimentschichten weitgehend horizontal lagern, wurden die Gesteinsschichten hier durch die Wucht des Einschlags beinahe 'auf den Kopf' gestellt und gegeneinander verschoben. In dem Kalkgestein lassen sich Fossilbruchstücke finden.

  
Steinbruch Gosheim: Steil stehende Kalkschichten und Fossilien.
 

(Bericht und Bilder: M. Dähne)