Der dritte Vereinsausflug der Beobachtergruppe,
am 2. Oktober 2010, führte die fünf Teilnehmer nach Niederbayern,
in die Dreiflüssestadt Passau.
Erstes Ziel war die dortige Volkssternwarte,
auf dem Gelände der Festung Oberhaus gelegen, mit einem fantastischen
Blick auf die Stadt.
Blick von der Sternwarte aus
auf die Passauer Altstadt.
Die Volkssternwarte mit ihrem
abfahrbaren Dach.
Die Gruppe wurde von sieben der Passauer
Sternfreunde begrüßt. Der langjährige Leiter der Sternwarte,
Rainer Klemm, gab einen Überblick über Geschichte und Ausstattung
der Anlage. In dem Schiebedachgebäude sind als Hauptinstrumente ein
50cm-Ritchey-Chretien-Reflektor sowie ein 18cm-Refraktor untergebracht.
Unter dem geöffneten Dach können
- bei warmer Witterung - Vorträge abgehalten werden, das Publikum
kann auf fest montierten Bänken Platz nehmen. Um von den Temperaturen
unabhängiger zu sein, hat die Volkssternwarte seit längerem ein
Auge auf das unmittelbar benachbarte Gebäude der ehemaligen Wetterwarte
geworfen, das als Vortragsraum gute Dienste leisten könnte.
18cm-Refraktor (Astrophysics
Starfire) und 12.5cm-Refraktor (Wachter).
Der 50cm-Ritchey-Chretien.
Anschliessend ging es hinunter in die Stadt. Ausgehend von der noch sehr neuen Stadtmitte führte ein Spaziergang durch die Altstadt mit ihren historischen Häusern und verwinkelten Gassen. Der barocke Stephansdom beherbergt die größte Kirchenorgel der Welt. Nach dem Mittagessen kehrte die Gruppe über die Ortsspitze, dem Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz, und über die Innpromenade zurück zu den Autos.
Die größte Kirchenorgel
der Welt im Passauer Dom.
Passau von der Innseite aus,
Blick vom Fünferlsteg.
Etwa 20 Kilometer südlich von Passau, nahe Schärding in Österreich, erwartete die Gruppe der zweite astronomische Programmpunkt des Tages: Ein Besuch in der Privatsternwarte von Richard Gierlinger (s. auch 'Sterne und Weltraum' 5/2010). Der engagierte Amateurastronom und Teleskopbauer errichtete seine Sternwarte samt Kuppel 2005 auf dem Gaisberg, einem Hügel rund 5 Kilometer östlich von Schärding.
Nach einem Teleskop mit 60cm Öffnung wurde stattdessen 2008 ein 70cm-Newton-Teleskop installiert. Das Gerät, das von einem Kontrollraum aus fernsteuerbar ist, entstand im Eigenbau, die Optik wurde von Alluna Optics bezogen. Gierlingers Hauptinteresse liegt in der Astrometrie von Kleinplaneten, die Sternwarte ist auch beim Minor Planet Center als offizielle Beobachtungsstation eingetragen. Daneben werden - nach Voranmeldung - auch öffentliche Führungen angeboten. In Zukunft soll auch ein Spektrograph zum Einsatz kommen.
Die Sternwarte Gaisberg.

Langweilig dürfte Richard Gierlinger auch in Zukunft nicht werden: Von einem azimutal montierten 80cm-Teleskop ist bereits die Rede, und auch sein unmittelbar neben der Sternwarte gelegenes Moorbiotop, mit Torfmoosen sowie fleischfressenden und anderen Pflanzen, will gepflegt werden.
Das Moorbiotop neben der Sternwarte.
(Bericht und Bilder: M. Dähne)